Gewerkschaften gibt es in Deutschland in Massen. Meist hört man erst von ihnen, wenn sie zum Streik aufrufen. Ob die Model Alliance auch irgendwann mit Schildern auf der Straße demonstriert, bleibt jedoch abzuwarten. Aber sicher ist, dass Gründerin und Model Sara Ziff die Welt der Models verändern und vor allem verbessern will.

Gemeinsam mit Kolleginnen und der Hilfe von Rechtsprofessoren und Diskiminierungsexperten der Columbia University und der Fordham Law School, arbeitet sie bereits seit 2010 an der ersten Model Gewerkschaft. Schutz vor sexuellem Missbrauch, Diskriminierung und Kinderarbeit sowie finanziellen Transparenz und Absicherung stehen ganz oben auf der To Do-Liste der Model Alliance. Oft reicht es ja schon auf schlimme Missstände aufmerksam zu machen, um etwas zu bewegen.

Vor allem weil es in der Branche kein Mindestalter gibt, sieht man seit mehreren Jahren verhäuft Mädchen auf dem Runway oder in Kampagnen, die gerade mal 13  Jahre oder sogar jünger sind. Kein Wunder, dass das Thema Kinderarbeit da irgendwann ins Spiel kommen musste. Sicher kann man oft nicht sehen wie alt ein Mädchen wirklich ist. Aber wie oft wird noch nicht mal nachgefragt? Der Look zählt. Hinzu kommen undurchsichtige Verträge, die selten eingehend geprüft werden.

Die Liste der Negativseiten dieser Berufssparte ist unendlich. Wir hoffen, dass Sara Ziff und ihre Model Alliance gewisse Dinge verbessern können. Aber klar ist, dass solche Projekte mit der Masse an Leuten, die sich beteiligt oder eben nicht, steht und fällt. Und natürlich auch mit den Eltern der Jungmodels. Aber das wäre wieder ein anderes Thema, mit noch größeren Abgründen. Weitere Informationen und interessante Stimmen zur Model Alliance findet ihr zum Beispiel bei Zeit Online oder Horstson.

Fotos: The Model Alliance