Das Buch „Graphic Design for Fashion“ versucht die Beziehung zwischen der Fashion- und der Grafikdesign-Branche darzustellen. Die Autoren haben das Gefühl, dass man als Grafikdesigner während der Zusammenarbeit mit Modeschaffenden sehr großen Freiraum genießt und am Ende meistens ein sehr kreatives Ergebnis entsteht. Jay Hess und Simone Pasztorek haben hier den Beweis angetreten und eine sehr beeindruckende Sammlung zusammengestellt. Unterteilt in die vier Bereiche Branding, Invitations, Lookbooks und Packaging werden sehr interessante Projekte vorgestellt. Eine Vielfalt an Ideen die immer wieder zum Blättern einlädt. Von einfachsten Verfahren bishin zu aufwendigen Produktionstechniken, gibt es hier einiges zu sehen. Ob man etwas mit Mode zu tun hat oder nicht, die Ergebnisse in diesem Buch sprechen für sich.

Beim Durchblättern fallen vor allem die sehr handwerklichen Methoden auf. Zum Thema „Stretch“ wurde ein Buchstaben mittels Kopierer verzerrt und ins Layout eingesetzt. Auch der Trend bei den Illustrationen geht stark in Richtung handgemacht. Eine absolute Wohltat für das Auge ist auch der Einsatz vom Hochdruckverfahren und verschiedenen Veredelungstechniken. Neben den oberflächlichen Ideen müssen sich die inhaltlichen Konzepte aber keineswegs verstecken. So wird zum Beispiel aus einer Einladung eine Verpackung für eine Pflanze oder das Lookbook zum experimentellen Blätterzirkus. Collagetechniken werden immer professioneller und auch handgeschriebene Schriften erhalten Einzug. Graphic Design for Fashion ist ein Buch das unglaublich viele Ideen auf einem sehr hohen Level festhält.

Graphic Design for Fashion von Jay Hess und Simone Pasztorek, Laurence King Publishing, Oktober 2010, Englisch, 240 Seiten, Hardcover, für 23,95 Euro

Fotos: Florian Wenningkamp