


Grimes sind also das nächste Ding. Während das für viele schon Grund genug ist, die Hipster-Keule zu schwingen, sagen wir: Wenn sich so der Hype des Jahres anhört, dann sind wir gerne mit dabei!
Grimes hat bereits zwei Alben auf Kassette (!) veröffentlicht, das aktuelle Album „Visions“ ist damit das kommerzielle Debüt, erschienen bei dem Londoner Plattenlabel 4AD. Im Zuge ihrer Tour macht Grimes natürlich auch hierzulande halt und ist am 25. Mai 2012 live in Berlin im Berghain zu bestaunen.
Die Kanadierin Claire Boucher alias Grimes kennzeichnet vor allem dies: Ein exzentrischer Gesang, viel Hall, technologische Innovation, noch mehr Hall, verschiedene Stileinflüsse (Synthie-Pop, R&B, Witch House) und vor allem der bewusste Umgang mit diesen Referenzen, alles eingebettet in eine digitale Sound- und Körper-Ästhetik.
Gerade was jenen Umgang betrifft, findet der Spaltpilz Grimes Nahrung und wird in vielen Blogs für ungenießbar befunden. „Blinder Stilmix“ und „Kindergesang“ ist zu lesen, wobei Kinder bekanntlich ziemlich schön singen können. Andere sehen in Grimes einen erfrischenden, klangintensiven Soundkosmos, mit einer Fülle eigener Ideen, die von Pop und Elektronik zusammengehalten werden. So sehen wir es auch und raten, sich schnellstmöglich Karten für das anstehende Konzert zu besorgen.
Wie so oft kommt es wohl auch in diesem Fall darauf an, ob man ein Mosaik in seine Einzelteile zerlegt oder als originäre Einheit betrachtet. Ein schöneres, tanzbareres und kontextreicheres Mosaik wird es 2012 wahrscheinlich nicht geben.
Fotos: Raphael Ouellet, John Londono, Valentina Vos






