






Fast jedem Modebegeisterten dürfte das Central St. Martins College of Art and Design in London ein Begriff sein, hat es doch eine fast schon nicht mehr überschaubare Zahl der bekanntesten und einflussreichsten Designer unserer Zeit hervorgebracht. Dass es sich bei der Ausbildungsstätte um einen scheinbar nicht versiegenden Quell solch raren Talents handelt, beweist die Anzahl an Nachwuchsdesignern, auf die man in schöner Regelmäßigkeit stößt. Eine davon ist Hermione de Paula. Obwohl der Begriff Nachwuchs auf sie nicht mehr wirklich zutrifft, da sie bereits seit 4 Jahren ihr eigenes Label betreibt.
Die Designerin sammelte bei großen, renommierten Labels wie Christian Dior Couture, Alexander McQueen, John Galliano und Giles Erfahrung, nach ihrem Abschluss am Central St. Martins. Anders als beispielsweise in Berlin, bieten sich Designtalenten in London viele gute Möglichkeiten der Förderung. Hermione erhielt unter anderem Unterstützung von Branchengrößen wie Manolo Blahnik, Stephen Jones, Daphne Guinness, Katy England und vielen anderen. Sie erhöhte ihren Bekanntheitsgrad durch verschiedene Kollaborationen und entwarf im Zuge dieser zum Beispiel limitierte bedruckte Tücher für das Londoner Kaufhaus Liberty und bunt gemusterte Schuhe für Schuhdesigner Nicholas Kirkwood.







Verspielte, individuelle Femininität gepaart mit unerwarteten Ansätzen in der Schnittführung und Komposition ihrer Entwürfe, so kann man die Handschrift von Hermoine de Paula beschreiben. Sie liebt melancholische Blumenmotive und reiht sich, mit der Art, wie sie diese in ihren Kollektionen einbringt, nahtlos in die Riege großartiger Print-Designer der britischen Hauptstadt, wie Basso & Brooke oder Mary Katrantzou, ein.
Ihre aktuelle Sommerkollektion wird von Beige, Blautönen und schwarzen Akzenten bestimmt und natürlich von Blumenmotiven, die teilweise sehr reell gehalten sind. Sie werden in manchen Outfits als flächendeckender Allover-Print eingesetzt, in anderen Einzelteilen partiell platziert als optimaler Blickfänger. Ihre Winterkollektion für 2012/13, mit dem klangvollen Namen „Margueriet’s Menagerie“, enthält sehr helle Looks, aber auch düstere Komponenten. Rot- und Lilatöne spielen hier als Ergänzung für Weiß und Schwarz die wichtigste Rolle. Für den Ausgleich einer potentiellen Biederkeit der Blütenpracht, die durch applizierte Marabufedern eine dreidimensionale Wirkung erhält, sorgen transparente Schnittteile, Materialmix und tiefe V-Ausschnitte.
„I probably shouldn’t , but I will anyway“, so das Lebensmotto der Londonerin und das ist auch gut so, denn sonst würden uns diese außergewöhnlichen Kollektionen vorenthalten bleiben.







Fotos: Kristin Vicari







1 comment
Alexandra Zhovtenko says:
May 5, 2012
Wundervolles Label, tolle Schnitte und Prints.