
Der Fotograf Kevin Russ aus Portland gönnt sich derzeit, mindestens zehn Tage pro Monat reisend in seinem Auto zu verbringen und ist derweil in Kalifornien unterwegs. Damit auch Menschen wie ich ein Stück von der weiten Welt sehen, dokumentiert er das ganze per Kamera.
Die ganze Wahrheit allerdings ist, dass er die Fotos mit seinem iPhone schießt, was mich zugegebener Maßen doch sehr überrascht hat. Meine anfängliche Skepsis wich beim Durchklicken der Bilder recht schnell und Faszination machte sich breit. Sehnsucht breitet sich aus und das Gefühl von Fernweh lässt einen nicht mehr los. Die Bilder von Kevin laden definitiv zum Verweilen und Träumen ein. Einen kurzen Moment abschalten und in einer fremden Welt wieder auftauchen.
Seine erste Kamera bekam Kevin 2003 und er kann sich nicht mehr daran erinnern, wann genau der Moment war ab dem er sich Fotograf nannte. Seit 2005 ist das Fotografieren jedenfalls seine einzige Einnahmequelle. Der Werdegang von Kevin Russ ist hierbei etwas ungewöhnlich, denn er hat das Fotografieren nie gelernt und verdient sein Geld damit, seine Bilder bei iStock zu vertreiben. Ein Schritt, den andere Fotografen für sich selbst eher kritisch betrachten. Kevin versucht aber dennoch, an vielen Stellen neue Wege zu gehen und sich auszuprobieren. In einem Interview erzählt er davon, dass es ihm am meisten Spaß macht Fotos zu schießen, ohne dabei durch den Auslöser zu schauen. Das Experiment und der Zufall scheinen hierbei eine große Rolle zu spielen. Kevin hat keine exakten Pläne für die Zukunft und lässt die Dinge erstmal auf sich zukommen, um dann die Chancen zu nutzen die sich ergeben.
Die Bilder von Kevin sind nicht unnötig kompliziert, sondern durch ein Auge für Komposition sehr offen und ehrlich. Beim Anschauen seiner Bilder entsteht in mir ein Gefühl von Geborgenheit und Neugier. Überwiegend hält Kevin die überwältigenden Landschaften seiner Reisen fest, aber von Zeit zu Zeit gibt es auch mal ein paar Tiere, leckeres Essen oder auch Menschen zu sehen. Wer seinem Alltag ein paar Minuten entfliehen will, sollte definitiv einen Blick auf diese Fotos werfen und Kevin in Zukunft bei Instagram unter dem Namen @kevinruss verfolgen. Als Liebhaber der analogen Fotografie, hätte ich mir bevor ich diese Bilder gesehen habe nicht vorstellen können, dass man so gute Ergebnisse mit einem Handy erzielen kann. Hut ab an dieser Stelle.





















