
Berlin, London, Paris – die Modemetropolen sind momentan gefüllt von Menschen in Fußballtrikots und Fan-Shirts, die Straßen sind eingetaucht in ein nationales Farbenmeer und selbst in den In-Bezirken tummeln sich Menschentrauben vor den Public Viewing Kneipen. Mittendrin natürlich auch unsere geliebten ‘fancy awesome people’, die ihren kollektiven Individualismus vor allem modisch zur Schau stellen. Mit einem geschulten und stilsicheren Auge sind da auch vereinzelt Anhängerinnen des britischen Labels Goodone zu erkennen, die in ihrer Frühjahr/Sommer 2012 Kollektion ganz auf Seide setzen.
In der Masse aus Synthetikfaser und Baumwolle lugen Seidenblousons und –jumpsuits hervor, kombiniert mit Leggings, die mit einzelnen Ornamenten, Mustern und Designs verziert sind. Beim Torjubel verrutsch dann auch mal das Seidenshirt, welches sonst bombenfest im passenden, die Knie nicht bedeckenden, Rock sitzt. Mitfiebern kann auch gut aussehen.
Goodone hat bewegte Zeiten hinter sich. Gegründet von Nin Castle und Phoebe Emerson im Jahr 2006 wurde das blutjunge Label gleich zu Beginn mit Preisen dekoriert (Trefor Campell Award for Creative Enterprise sowie SME Innovation Award 2007) und konnte nach nur einem Jahr nach Gründung auf der London Fashion Week debütieren und die ersten internationalen Bestellungen verzeichnen.
Nin Castle bezeichnet Goodone als unabhängiges Modelabel, dass den zeitgenössischen Stil Londons reflektiert und in modernes Design umsetzt. Der Umgang mit Materialien und der bisherige verschwenderische Ansatz der Modeindustrie sind dabei wichtige Ausgangspunkte für die Arbeit von Goodone.
Selbst nach dem Abgang von Phoebe Emerson 2008 ging es steil bergauf: Eine Kooperation mit Puma, ein T-Shirt-Upcycling-Projekt mit Amnesty International, Liberty, WWF, Greenpeace, Shelter und No Sweat sowie eine eigene Kollektion auf der London Fashion Week 2009. Im selben Jahr stößt Claire Farrell als Co-Designer zu Goodone dazu. Es folgen der Verkauf via Topshop, eine eigene „Everday/Casual“-Linie für Tesko und das Angebot aus St. Martin, dort Sustainable Fashion zu unterrichten.
Ein steiler und kontinuierlicher Aufstieg – und noch ist kein Ende in Sicht. Die Mischung aus bereits vorhandenen Materialien, die von vielen als „Müll“ aussortiert werden, und neuen nachhaltigen Materialien, die in England hergestellt werden, ist in dieser Konsequenz einzigartig: Goodone setzt Zeichen innerhalb der Modeindustrie, ohne dabei auf einen umweltbewussten und nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen und einen eigenen Stil zu verzichten.














