Die Bretter, die die Welt bedeuten haben keinen Vorhang, sondern vier Rollen. Jedenfalls für Old Skateboards, welche derzeit die Straßen erobern und mit Sicherheit auch bald die Wände der Sammler und Designer. Die gesamte Serie steht unter einem eher nostalgischen Flair, welcher hier gekonnt auf eine relativ neue Produktionstechnik trifft. Dabei werden die typografisch sehr fein ausgearbeiteten Motive und Schriften, mit einem Laser in hochwertiges kanadisches Ahorn-Holz graviert. Das kreiert beim Anfassen des Boards auch gleichzeitig ein haptisches Gefühl. In den Designs erkennt man viele Anspielungen auf frühere Zeiten. Schaut man sich ältere Ladenschilder, Etiketten, Drucksachen und ähnliches an, erkennt man viele Parallelen.

Den beiden Gründern Martin Sulzbach und Michael Frick liegt viel daran, dieses nostalgische Gefühl in die Neuzeit zu transportieren und durch neue Kombinationen zum Leben zu erwecken. Sie sind auch die treibenden Kräfte, wenn es um das Thema Design geht. Inhaltlich arbeiten die Motive entweder mit Details rund um die Marke oder leicht poetischen Auseinandersetzungen, mit dem Thema Skateboarden. So findet man zum Beispiel unter einem der Boards ein Liebesgeständnis in Gedichtform an das „Heilige Geländer“. Durchaus amüsant, aber auch erfrischend ehrlich und authentisch. So richten sich die Bretter an jeden, der seine Leidenschaft im Skateboarden entdeckt hat.

Old Skateboards sieht sich als eine Marke von Liebhabern für Liebhaber – ein Kollektiv aus Designern, Künstlern, Illustratoren und all den leidenschaftlichen Skateboardern. Ich muss zugeben beim Gedanken daran, wie diese diffizilen Motive auf eine Bordsteinkante treffen, fühle ich einen kurzen Stich in meinem Herz. Ich hoffe dennoch, dass der ein oder andere es übers Herz bringt, sich mit dem Board auf die Straße zu trauen. So schön sie auch sind, konzipiert sind sie für die Straße. Und als ob die Boards noch nicht besonders genug wären, werden sie auch nur in sehr limitierter Edition produziert. Derzeit gibt es vier verschiedene Motive, designed und gebranded in good Old Europe. Und immer alles unter dem getreuen Motto: „Let’s make History.“

Wenn die meisten Designs von Skateboards eher jugendlich daherkommen, kontern diese Boards mit einer erwachsenen Selbstsicherheit. Die Macher begründen dies, weil sie selbst als Jugendliche angefangen haben zu Skaten und nun langsam erwachsen werden. Dinge ändern sich und plötzlich kommt man nicht mehr so oft mit blutigen Knien nach Hause. Das bedeutet aber nicht, dass man weniger passioniert ist. In der Zukunft sind weitere Modelle geplant, die sich in zwei Kategorien aufteilen. Zum einen wird es eine Artist Collection mit den verschiedensten Künstlern und Illustratoren geben, auf die man gespannt sein darf und aufgrund der leichten Hemmungen die wundervollen Bretter zu zerstören, ist ein Board mit zwei Minilogos geplant, das auch deutlich günstiger sein wird. Insgesamt treffen wir hier auf eine Marke, die Wert auf Qualität und gutes Material legt. Am Rande sei noch bemerkt, dass auch die dazugehörige T-Shirt Kollektion des Labels in Deutschland auf Bio-Baumwolle produziert wird.

Fotos: Old Skateboards / Max Reitmeier