Die Fotografien des gebürtigen Australiers Ward Roberts sind simpel und komplex zur gleichen Zeit. Nachdem er sein Studium an der RMIT University in Melbourne mit Auszeichnung bestanden hatte, boten sich viele Möglichkeiten. Bis heute hat er einige mehr Auszeichnungen gesammelt und eine große Liste an Ausstellungen vorzuweisen. Nach einem zwischenzeitlichen Aufenthalt in Hong Kong, wo er noch heute von der Cat Street Gallery vertreten wird, zog es ihn zurück nach Australien.

Er landete also wieder in Melbourne, um seine fotografische Reise fortzusetzen, wobei ich behaupten mag, dass sich seine Zeit in Japan durchaus in seinen Bildern widerspiegelt. Seine Bilder umgeben sich mit einer fast meditativen Aura, die viel Ruhe ausstrahlt. Man hat das Gefühl, man wird dazu aufgefordert, einen Moment inne zu halten, um sich selbst durch das Bild näher zu kommen.


Ward Roberts Fotos sind unaufgeregt, ausgewogen und konfrontieren uns mit einer kontemplativen Balance, die zum Nachdenken anregt. Die Serie „Minimum“ ist sehr reduziert und beschränkt sich auf recht wesentliche Informationen. Wir finden keine Menschen in den Landschaften von Ward und zum Teil versetzen die Bilder mich in ein Vakuum. Er erzeugt trotz sehr frontaler Fotografie ein nahezu unendlich tief wirkendes Bild, das auch trotz sehr ungesättigter Farben nicht an Wirkung verliert. Eher im Gegenteil. Durch die zurückhaltenden Farbwerte ,wird man nur noch auf einer weiteren Ebene, zur Konzentration gezwungen.

In der Serie „Billions“ beschäftigt Ward sich mit urbanen Räumen und ihrer Architektur. Hinzu kommt noch ein Effekt der Überlagerung, der dem ganzen Bild eine musterhafte Wirkung verleiht. Trotz einer enormen Vielzahl an Elementen wirken auch diese Fotos nicht beengend. Man hat das Gefühl, Ward sieht sich als Beobachter, der Fragen stellt. Sowohl an sich, als auch an den Betrachter. Er untersucht auf eine sachliche Art seine Umgebung, gibt aber dennoch ein sehr sensibles Bild derer wieder. Ein Zwiespalt zwischen Heimat und Sehnsucht.

Fotos: Ward Roberts