Im edlen stuckverzierten Ambiente des Salon Dahlmann in Ku’damm-Nähe zeigte das deutsch-französische Designerduo Augustin Teboul am Mittwoch, den 4. Juli 2012, seine neue Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion, im Zuge einer Installation, die mehrere hundert Besucher anlockte, u. a. auch die Modechefinnen der wichtigsten deutschen Magazine. In vier Räumen, die mit antiken Möbeln und imposanten Blumengebilden ausgestattet wurden, drapierte man etwas über ein Dutzend Models in der kommenden Kollektion, die einen der Höhepunkte des ersten Fashion Week-Tages in der deutschen Hauptstadt darstellte.

Baudelaires aufreizender Gedichtszyklus „Les Fleurs du Mal“, der auch von der Entfremdung dem eigenen Dasein gegenüber erzählt, ergab den gedanklichen Rahmen der Kollektion, die sich gewohnt düster, dramatisch und fantastisch zusammenfügte, wie man es der Arbeit von Annelie Augustin und Odély Teboul mittlerweile gewohnt ist. Farblich bestimmt einzig und allein Schwarz das Gezeigte. In der Hinsicht bleibt also alles beim Gewohnten. Durch außergewöhnliches Textildesign und den Einsatz unterschiedlichster Materialien bedient sich das Duo allerdings der breitgefächerten Nuancen dieser Nichtfarbe. Der Pianist Julien Quentin untermalte virtuos das kunstvoll durch die Szenografin Zana Bosnjak gestaltete Setting.

Unterschiedlich gestaltete florale Elemente dekorierten vereinzelt Outfits, die aus Spitze, aufwändigsten Häkeleinsätzen, dreidimensionalem Strick und voluminösen Plissées gearbeitet wurden. Freizügige Rücken, Drapees, und wallend dekonstruierte Schnitte bildeten eine feminine, elegant-moderne Silhouette aus Jersey und Seide. Barocke Details wurden hier bei Augustin Teboul mit maskulinen Elementen vereint. Der Zerbrechlichkeit und Sanftheit, die diese Kollektionselemente ausmachen, stehen härtere Einzelteile aus kompaktem Leder gegenüber. Durch sie wird die postromantische Atmosphäre in die Jetztzeit katapultiert und die Vielzahl an großartigen Editorial-Teilen um tragbare Alltagsstücke erweitert.

Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week // Dunja Antic