Der Mongrels in Common Cocktail auf der Innenhofterrasse des Pauly Saal am gestrigen Abend bot, trotz des Regens, heitere Stimmung und eine liebevolle Inszenierung der Sommerkollektion. Die Kollektionsinstallationen wurden dabei von der renommierten Stylistin und Mode-Expertin Julia Freitag umgesetzt. Die Kollektion „Home Run for Mods“ von Mongrels in Common, die erstmals keine Show zeigten, kam in diesem Szenenspiel der Modelle und sportlichen Requisiten in all ihrer „mongrels-typischen“ kulturellen Inspirationsvielfalt ideal zur Geltung.

Mit ihrer Kollektion für Frühjahr/Sommer 2013 begibt sich das Berliner Label Mongrels in Common nun auf ganz neues Terrain, genauer gesagt auf ein 90 bis 120 Meter langes Feld mit Rasen- und Sandbelag. Denn Baseball war diesmal eine der Hauptinspirationen für die Designerinnen Livia Ximénez-Carrillo und Christine Pluess, um ihrem lässig-eleganten Stil einen neuen, sportlichen Touch zu verpassen. Aber es wäre natürlich keine typische Mongrels-Kollektion, wenn es darin nicht auch eine Gegenbewegung gäbe, die scheinbar in eine ganz andere Richtung geht: die Mode der Mods aus den 60er Jahren mit ihrem unbedingten Willen zum perfekten Auftritt. Wie das zusammen passt? Ziemlich gut, wie man sehen konnte.

Blusen mit schräg angesetzten Brusttaschen und luftig geschnittene Seidenshirts erinnern an die durchgeknöpften Baseballtrikots, die typischen Baseballjacken finden sich in kurzen Blousons mit Netzeinsätzen an Ärmeln und Paspeln wieder. Kombiniert werden sie zu engen Hochwasserhosen, die – wie beim Baseball – hier und da optisch in gut gestutzte Socken übergehen. Wirklich funktional ist in diesem Sport eigentlich gar nichts, Hauptsache man sieht zwischen der ersten und dritten Base unschlagbar gut aus.

Genau diese Haltung faszinierte die beiden Berliner Designerinnen und bildet den Link zum zweiten, eleganteren Leitmotiv der Kollektion: den Mods und ihrer quasi-religiösen Passion für den eigenen Auftritt. Der Schwerpunkt liegt hier auf akkurat geschnittenen Anzughosen und -jacken, Parkas und Mänteln. Zu den Highlights gehören ein champagnerfarbener Blazer aus gewebtem Seidenstoff, ein sportlich-eleganter Blouson in weißer Riffel-Optik sowie ein Trenchcoat mit zwei nietenbesetzten Layern, die den Köpfen der Mongrels-typischen „Piercing-Knöpfen“ entsprechen. Und da „Schutzkleidung“ den Mods besonders wichtig war, finden sich außerdem ein „seifig“-transparenter Regentrench und ein überdimensionierter Parka mit Schnürungen und dekorativen Absteppungen in der Kollektion.

Die Farbwelt bewegt sich zwischen sportlichem Weiß und coolem Khaki zwischen elegantem Dunkelblau und Rosé bis Goldlamé. Die Bestseller-Blusen des Labels sind diesmal in Neon-Grün/Gelb und Neon-Lachs gehalten. Wie schon in den vergangenen Saison entwickelten Mongrels in Common außerdem wieder eigene Prints: „Ball auf Matsch“ sowie „Matsch auf Ball“. Ersterer wurde auf Blusen und Pullover aus leichtem Baumwollstrick gedruckt, letzterer findet sich in pollock-ähnlicher Ausprägung auf engen weißen Jeans und Seidenblusen wieder. Und wer bis jetzt auf Kleider gewartet hatte – so konsequent wie die Konzeption der Kollektion ist bei Mongrels in Common stets auch die Umsetzung. Oder hat man je einen Mod in Kleidern Baseball spielen sehen?

Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week