Am Freitag zeigte ein weiteres großartiges Duo sein Defilée in der deutschen Hauptstadt – Perret Schaad. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass ich an einer Duo-Obsession leide, aber hinter den interessantesten Berliner Labels stecken in der Regel meist zwei DesignerInnen. Die Absolventinnen der Kunsthochschule Weißensee, Johanna Perret und Tutia Schaad, arbeiten seit ihrer Studienzeit zusammen und gehören nun bereits seit mehreren Saisons als feste Institution zum Berliner Schauenplan.

Ihr Spiel mit stofflichen Gegensätzen, das sich in minimalistischsten Gefilden abspielt, offenbart den außerordentlichen Ideenreichtum der Beiden und ihren unnachahmlichen Umgang mit den eingesetzten Materialen. Fließend und statisch, glänzend und stumpf, körperumspielend und -betont oder auch lässig und elegant sind nur einige der angewandten Kontraste in der kommenden Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion.

Verschiedene Grau-Nuancen, Wollweiß, Dunkelblau, Altrosa, Aquamarin und Lachstöne wurden zu ausdrucksstarken Kombinationen aus unifarbenen Einzelteilen zusammengesetzt. Überschnittene Schultern, Gummizug-geraffte Bündchen, mehrfache Reisverschlüsse, Kragenlosigkeit und Transparenz waren die tonangebenden Gestaltungselemente, welche Mäntel, Jacken, Tops, weite Hosen, Kleider und Hosenröcke zierten. Man darf mit Fug und Recht behaupten, niemand in Berlin, außer Perret und Schaad, designt mit augenscheinlich so Wenig, so Außergewöhnliches.

Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week