Mit Ungarn verbinden viele von uns den Balaton oder das wunderbare Budapest – ob nun wegen den sieben Brücken über die Donau oder das legendäre Sziget Festival. Seit diesem Sommer sollten vor allem weibliche Modeinteressierte mit einem magyar’schen Interesse auch ein Auge auf halasi werfen – dem  noch sehr jungen Modelabel von Ivett Simon, die ihr Handwerk an der Melbourne School of Fashion erlernt und sich bei ihren modisch-eleganten Kreationen mehr als nur ein paar Gedanken gemacht hat.

Seite an Seite mit der wunderbaren Isabel de Hillerin präsentierte Ivett Simon ihre aktuelle Kollektion auf dem Lavera Show Floor auf der Mercedes Benz Fashion Week Frühjahr/Sommer 2013 in Berlin. Beiden ist gemein, dass sie altes Handwerk wieder aufleben lassen. Bei halasi werden ungarische Muster verwendet, die über die einzelnen Stücke der Kollektion hinweg miteinander verbunden sind und auf den Kleidungsstücken aufgedruckt sind.

Hergestellt werden die einzelnen Kleider, Roben und Kombinationen von einer Gruppe an Modekünstlern, die, so Simon, die Traditionen am Leben erhalten und dies für jedes neues Projekt wieder neu interpretieren. Dabei entstehen wunderbare Kreationen: Ein schwarzes Cocktail-Kleid, dessen Ursprung aus meiner Sicht in den verqualmten 1960er Jahren zu finden ist, mit einem Triangel-Schnitt am Rücken. Ein Abendkleid aus Satin, einer Robe ähnelnd und selbst als Hochzeitskleid tief beeindruckend, mit dem bereits angesprochenen Stickereien ab der Taille abwärts. Eine Tuch-Rock-Kombination, bestehend aus einem himmelblauen überdimensionalen Tuch, welches den Rücken entblößt, und einem Satin-Rock mit dem sich fortsetzenden Muster.

Ivett Simon setzt neben der Handarbeit auf biologisch angebaute Materialien, die entweder zertifiziert sind oder schnell nachwachsen. Die Wolle stammt aus Ägypten und trägt die Öko-Tex Zertifizierung – die Wolle ist demnach besonders schadstoffarm. Der Satin ist aus Bambus, einem besonders schnell nachwachsenden und bodenschonenden Rohstoff. Zudem arbeitet die Designerin mit rein organischen Fäden und färbt ihre Kleider sowie die ungarischen Muster mit reinen Erdfarben. Darüber hinaus ist Simon in allen modischen Belangen laut Selbstauskunft Veganerin.

Wem dies als Ausdruck einer besonders durchdachten Art der modischen Schöpfung noch nicht ausreicht, der sei noch auf ein Detail aus der Produktion der Kollektion hingewiesen: Stoffabfälle werden nahezu komplett vermieden, da Ivett Simon beim Zuschneiden auf Stoffrechtecke setzt und die Stoffbahnen dadurch besonders nachhaltig benutzt – wir erinnern uns nur allzu gerne an die „Zero-Waste“-Kollektionen von David Andersen.

Elegant, modisch, zertifiziert, ressourcenschonend und dann auch noch clever in der Produktion – halasi legt die Messlatte für andere nachhaltig agierende Labels noch etwas höher.

Fotos: Dömötör Mihály