Sie zierte bereits die Schaufenster von Barneys in New York als überlebensgroße Schaufensterpuppe, das Costume Institute des Metropolitan Museum of Art widmete ihr eine eigene Ausstellung, sie entwarf eine eigene Beauty-Kollektion für MAC, verkaufte persönliche Schmuckstücke und Reeditionen bei Yoox, hat mit eyebob eine eigene Brillenkollektion gestaltet und designt seit neustem auch Schuhe für HSN. Sie kann sich einfach nicht zur Ruhe setzten.

Und es scheint auch nichts zu geben was die 91-jährige New Yorker Stilikone Iris Apfel nicht kann. Die ehemalige Interiordesignerin und studierten Kunsthistorikern ist vor allem berühmt für ihren Faible für auffällige Outfits und auffälligen Modeschmuck. Mode ist für sie eine Feier des Individuellen. Sie ist eine Moderebellin – die Lady Gaga ihrer Epoche. Bei der Zusammenstellung ihrer Garderobe kennt sie nur eine einzige Regel: „More is more and less is a bore.“

Nun schießt die Lady direkt zwei Mal in unser Herz. Zum einen ist sie der neue Star in dem wundervollen Trailer ihrer filmischen Verewigung von Albert Maysles. In welchem man in nur fünf Minuten so einiges erfährt, wie unter anderem: „Stil ist eine Sache der Einstellung.“ „Stil muss nicht nicht teuer sein“ und „Stil muss auch nicht gleich trendy sein“. Dem ältesten Teenager der Welt wird jetzt eine Dokumentation gewidmet. Und bei keiner sieht ein Jeanshemd mit Micky-Maus-Aufnähern so entzückend aus wie bei ihr.

Zum anderen schmückt Frau Apfel die „The Art Issue“ für November 2012 des Londoner Dazed & Confused Magazins auf dem Cover. Dabei trägt sie ein Kleid aus Rei Kawakubo’s 2D Kollektion für Comme des Garcons. Und auch im Editorial „The Age Of Iris“ verzückt die Dame mit galaktischen Kleidkreationen, während Jeff Bark für das fotografische Einfangen dieser wundervollen Bildreihe verantwortlich war. „Wir haben nur ein Leben, und dieses müssen wir geniessen“, so Iris Apfel und wo sie recht hat, hat sie recht.

Fotos: Jeff Bark