Der Film „Miss Bala“ ist ein packendes Drama über den mexikanischen Drogenkrieg. Der beinharte Thriller von Gerardo Naranjo feierte bereits 2011 beim Filmfestival in Cannes seine umjubelte Premiere. Der Film, welcher 2012 dann für Mexiko ins Rennen für den Oscar ging, basiert auf der wahren Geschichte der Schönheitskönigin Laura Zuniga, die in der einheimischen Presse als „Miss Narco” bekannt wurde, was übersetzt soviel wie Fräulein Drogendealerin bedeutet.

Für das Kino wurde sie nun nicht weniger treffend zu „Miss Bala” umgetauft, wobei „bala” im Deutschen (Gewehr-)Kugel heißt. Naranjos Werk ist ein wuchtig-wütender Film, der die Geschichte der Tragödie Mexikos von innen betrachtet. Mit „Miss Bala” gelingt dem Regisseur das seltene Kunststück eines ungeschönt realistischen Films, in dem der Funke der Hoffnung dennoch nicht erlischt.

Laura (gespielt von Ex-Model Stephanie Sigman) hat nur einen einzigen Traum, nach dem sie sich sehnt: Sie möchte um jeden Preis einmal eine Wahl zur Schönheitskönigin gewinnen. Dieser Wunsch steht in krassem Kontrast zur Armut und Ungerechtigkeit in dem Land, in dem die junge Frau lebt. Im Norden Mexikos herrscht ein erbitterter Drogenkrieg zwischen verschiedenen Kartellen, die die Vorherrschaft übernehmen möchten. Auch unbeteiligte Zivilisten geraten immer wieder in die Schusslinie der Banden.

So passiert es nun auch Laura. Nachdem sie tatsächlich die Kür zu einer Schönheitskönigin für sich entscheiden kann, fällt sie in die Hände einer skrupellosen Drogenbande. Ihre Entführung setzt Ereignisse in Gang, in deren Verlauf sich ein regelrechter mexikanischer Krieg entfesselt – und die junge Frau steckt mittendrin. Laura ahnt noch nicht, dass die künftigen Erlebnisse ihr Leben einschneidend verändern werden. Ein Film voll beklemmendem magischen Realismus.

Fotos: Century Fox