Mode-Redakteurinnen wie Anna dello Russo, Emmanuelle Alt oder Miroslava Duma kennt man mittlerweile nicht mehr nur aufgrund ihrer Arbeit für die internationalen Magazin-Riesen. Die zahllosen Streetstyle-Bilder jener Damen sind den meisten wohl bekannt, – eher als die Texte die sie verfassen. Zweifelsohne hinterlassen die Fashion Editors dieser Welt auch auf diese Weise einen, mehr oder weniger, bleibenden Eindruck. Einen wirklichen Meilenstein, Höhepunkt oder Umbruch hinsichtlich der Modewelt wird mit ihnen aber mutmaßlich eher nicht in Verbindung gebracht.

Anders ist es da mit Diana Vreeland: Die 1989 verstorbene halb Britin halb Amerikanerin arbeitete anfangs als Chefredakteurin des Harpers Bazaar und wechselte 1962 zur amerikanischen Vogue. Diana Vreeland, die beispielsweise für das Outfit, welches Jackie Kennedy beim Amtsantritt ihres Mannes trug, verantwortlich war, gilt auch heute noch als absolute Modeikone. „Style is everything. Natural is boring!“, war ein Motto der Redakteurin, die die 70er Jahre Ikone Edie Sedgwick entdeckte und das Erscheinungsbild der Modemagazine ausschlaggebend prägte.

Neben einem Stern auf dem berühmten „Walk of Style“ am Rodeo Drive erhält Diana Vreeland eine weitere, ganz besondere Widmung für ihre Arbeit in der Modewelt: Eine Dokumentation. „The eye has to travel“ basiert auf Recherchen von Lisa Immordino Vreeland, der Schwiegertochter jener Modeikone: „Her real strengths and subtleties needed to be conveyed in a three-dimensional platform in which she could come alive.“ Das Resultat zeigt neben privaten Eindrücken, Interviews und Filmausschnitten mit Diana auch Erläuterungen von Manolo Blahnik oder Diane von Furstenberg.

Begleitet vom gleichnamigen Buch, wurde der Film 2011 beim 68. Filmfestival in Venedig präsentiert und lief im September 2012 in Großbritannien an. Wann „The eye has to travel“ bei uns erscheint, ist noch unklar.

Fotos: Diana Vreeland