Wenn man sich vergangenen September auf der London Fashion Week umsah, fiel einem immer wieder eine ganz bestimmte Tasche auf. Eine rechteckige Ledertasche mit Metallbeschlägen und kurzen Henkeln – vermutlich das meistverkaufte Accessoire der Londoner Designerin Sophie Hulme bisher. Doch sie hat so viel mehr zu bieten als Taschen, Gürtel und Schmuck. Denn die Londoner Designerin ist eine begeisterte Sammlerin. Diese Leidenschaft begann bereits in ihrer Kindheit, als sie von ihrer Großmutter ein Bettelarmband geschenkt bekam, das sie kontinuierlich um neue Anhänger bereichern wollte. Mittlerweile füllen verschiedenste Sammelobjekte wie Spielzeugroboter, Kleidung der 40er Jahre, Militäruniformen, Vintage-Lederwaren oder edles Porzellan ihr Atelier in Islington und dienen immer wieder als Inspiration für kommende Saisons.

Die Modedesignerin wurde im Norden Londons geboren. Sie studierte an der Kingston University, an der sie im Jahr 2007 den Abschluss machte – ausgezeichnet als Jahrgangsbeste, die zudem die beste Abschlusskollektion präsentierte. Bereits fünf Jahre später hat sie es geschafft mit ihren Entwürfen in einigen der besten Läden der Welt vertreten zu sein: Selfridges, Net-A-Porter, Opening Ceremony, Colette, My-Wardrobe und Liberty. Außerdem kooperiert sie in schöner Regelmäßigkeit mit wohlbekannten Marken. Darunter befanden sich bisher beispielsweise Casio, Globe-Trotter oder auch Absolut.

Sophie sagt, dass es ihr gut gearbeitete Kleidungsstücke angetan haben, denen man ihre Qualität und exquisite Handarbeit ansehen kann. Deswegen adaptiert sie besonders gerne Klassiker auf moderne, neuartige Weise. Ihre aktuelle Herbst/Winter 2012 Kollektion zeichnet sich durch Minimalismus, eine gedeckte Farbpalette und effektive Details – beispielsweise partiell eingesetzte Muster oder Golddekor – aus. Dass sie offenbar unter anderem kälteresistente Londonerinnen vor Augen hat, wenn sie entwirft, spiegelt sich in viel Beinfreiheit wieder, die manche Shorts und diverse Minikleider bieten. Darüber hinaus haben schmale Hosen und schlichte, elegante Mäntel, manche davon mit Lederdetails oder –ärmeln, den Weg in ihre Kollektion gefunden. Kombiniert mit ihrem filigranen Schmuck oder den coolen Taschen wird daraus ein Look, den man sich auch außerhalb von London als Vorbild nehmen sollte.

Fotos: Sophie Hulme