Do It Yourself bekommt bei der aus Brooklyn stammenden Designerin Samantha Pleet eine ganz neue Bedeutung. Denn die fotogene Künstlerin entwirft und produziert ihre Kleidung nicht nur selbst, sondern lässt sich dabei auch gelegentlich Höchstselbst vor der Linse ablichten. Da fällt es auch kaum ins Gewicht, dass die aktuelle Herbst/Winter 2012/2013 Kollektion vor locker-leichten Kleidern nur so platzt als sei der Wintereinbruch hierzulande nicht mehr als nur ein kurzes Wetter-Intermezzo.

Seit 2006 versucht die junge Designerin, zwei Kollektionen pro Jahr zu entwerfen und dem zumeist erstaunten Publikum zu präsentieren. Dieses ist vor allem von ihrer modernen Interpretation der Mode begeistert. Dabei verarbeitet Pleet in jeder ihrer Kollektionen stilprägende Ideen aus Kunst, Musik, Geschichte und Literatur vergangener Zeiten und versucht ihre eigenen Gefühle demgegenüber in ihre Kreationen und Entwürfe einfließen zu lassen.

Die aktuelle Herbst/Winter 2012 Kollektion besteht aus insgesamt 30 Teilen. Dabei fällt auf, dass sinkende Temperaturen für Samantha Peet keine Rolle spielen: Kurze Kleider und famos geschnittene Röcke geben sich ein trautes Stell-dich-ein mit kurzen Hosen und dem ein oder anderen langen Mantel. Neben geometrischen Figuren dominieren gedeckte Farben und Kleidvariationen in bodenlang, lang, kurz und sehr kurz, Schnappatmung inklusive. Wer dies in unseren Gefilden in der kalten Jahreszeit anziehen will, sieht definitiv gut gekleidet aus, sollte die Thermostrumpfhose allerdings bereits griffbereit haben. Ansonsten entdecke ich in der Kollektion ein ungemein starkes US-amerikanisches Statement mit vielen Anleihen an Country, Sixties und NYC-Noblesse, die ich so in keiner anderen Kollektion bisher erkennen konnte.

Ihren beruflichen Fokus hat die Designerin in New York City. Dabei versucht sie, so viele biologisch angebaute Materialien wie möglich zu verwenden, zumeist aus den Vereinigten Staaten. Allerdings besteht auch für sie die Schwierigkeit, vollständig auf biologische und/oder zertifizierte Materialien zurückzugreifen. Schuld daran sind zumeist die zu geringen Margen, die sie für ihre Kollektionen abnehmen kann sowie die Auseinandersetzung mit dem vorhandenen Material im kreativen Prozess.

Samantha Peets Kollektionen werden nicht nur von Bands wie Beach House, The Dirty Projectors und Au Revoir Simone getragen. Durch die Kooperationen mit Größen wie Wolverine oder Urban Outfitters kann die Designerin ihre Kreationen auch einer breiteren Masse präsentieren – dies kann, muss aber kein Nachteil sein, wenn dadurch eine aufstrebende Designerin mit nachhaltigem Anspruch weiterhin in ihrer Arbeit unterstützt wird.

Fotos: Andrew De Francesco