Atemberaubende Kollektionen, aufregende Schnitte und Mode als Wagnis – für all das steht das dänische Label Noir, die neben qualitativ hochwertigen Kreationen sich auch noch um Transparenz bemühen und sich vehement gegen Kinderarbeit einsetzen. Gegründet wurde das Label 2006 von Peter Ingwersen, der nicht nur Markenmanager bei Levi’s war, sondern auch Managing Director bei dem dänischen Premium-Modelabel Day Birger et Mikkelsen. Seit dem Umbruch Anfang 2010 steht eine zehnköpfige weibliche Mannschaft an der Spitze des Labels rund um die Chef-Designerin Tilde Bjerregaard. Seit dem wird das ewig junge Team mit Lob überhäuft.

Zu Recht, wie auch die Herbst/Winter 2012/2013 Kollektion wieder einmal beweist. Diese steht im Zeichen einer rast- und ruhelosen Frau auf dem Weg. Wohin ist nicht klar, mehr der Weg ist das Ziel. Zwischen Mystik, Abenteuer und einer gehörigen Prise Weiblichkeit pendelt die Kollektion zwischen Anleihen aus den vergangenen Jahrzehnten und einer fulminanten Verortung im Hier und Jetzt. Klare Linien werden durch feminine Schichten ergänzt, weiche und harte Materialien werden gekonnt miteinander kombiniert. Ob schlicht oder mit Print versehen: Im Fokus steht eine exquisite Verarbeitung und hochwertige Kreationen.

Dabei stechen vor allem tiefe Ausschnitte ins (männliche) Auge, die nonchalant und in kräftigem Schwarz im Lookbook präsentiert werden. Noir steht aber auch in diesem Winter nicht nur für Haute Couture, sondern auch einfache und schnörkellose Kombinationen aus einem weiter geschnitten Shirt und einer modisch-eng geschnittenen Hose. Hochgeschlossene Blusen und Hemden in weiß und transparenter Seide setzen den passenden Kontrapunkt. Etwas Extravaganz kann sich Chef-Designerin Tilde Bjerregaard nicht verkneifen, gut zu sehen am langen Abendkleid mit wirrem All-Over-Print, dem traumhaft wirkenden Jumpsuit und einem schwarzen Hauch von transparentem Nichts. Wohl dem, der das so tragen kann.

Die Besonderheit bei Noir ist zudem – und dies hat sich auch in der aktuellen Kollektion nicht geändert, dass Kleidungsstücke auch immer beliebig kombiniert werden können, die Kragen von Hemden ab- und umgeknüpft sowie mit einem anderen Kleidungsstück getragen werden können.

Noir legt aber nicht nur in Sachen „Stilbewusstein“ und „Sex Appeal“ die Messlatte besonders hoch, sondern auch in dem Umgang mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Umwelt. So muss etwa jeder Geschäftspartner des Labels einen Passus unterschreiben, in dem garantiert wird, dass Menschenrechte geachtet, der Umweltschutz respektiert und fairer Handel betrieben wird. Das Label ist darüber hinaus Mitglied im UN Global Compact und setzt die Konventionen der ILO (International Labour Organisation) durch. Um Kinderarbeit nicht nur in der eigenen Produktionskette zu verhindern, sondern auch weltweit einzudämmen, arbeitet noir mit Stop Child Labour“ zusammen.

Das Label hat zudem eine eigene Baumwollmarke gegründet und ist damit auch gleichzeitig Rohstoffproduzent geworden. Hinter Illuminati II steht die Danida and Gulu Agricultural Development Co. Ltd. Noir möchte damit die Möglichkeit nutzen, den fairen Handel mit und die Produktion von Bio-Baumwolle aus Uganda zu fördern. Für die bisherigen Kollektionen wurde zudem auch mit SA8000 zertifizierte Seide verwendet. Anything left to say? Noir macht Mode für unsere Generation und hat dabei sowohl Stil als auch Gewissen gleichermaßen im Blick. Chapeau!

Fotos: Noir