A Degree Fahrenheit Presented By Mercedes-Benz And Elle Show - Mercedes-Benz Fashion Week Autumn/Winter 2013/14

Verwandelt sich Eisen in einer chemischen Reaktion in Eisenoxid, wird Energie freigesetzt und es entsteht Reaktionswärme. „122°F Heat of Reaction“ hat der japanische Designer Yu Amatsu als Thema für die Herbst/Winter 2013 Kollektion seines Labels A Degree Fahrenheit gewählt. Wenn Eisen rostet, oxidieren feine Partikel schnell und setzen für kurze Zeit Hitze frei, grobe Partikel hingegen oxidieren langsam und erzeugen Wärme für längere Zeit. Von diesen zwei Prozessen ist die Kollektion inspiriert, was sich in den Stoffstrukturen und Schnitten widerspiegelt. Die vorherrschende Farbe ist Grau, spannungsreich ergänzt durch Bicolor-Effekte und Farbverläufe.

Bereits zweimal gewann Yu Amatsu mit seinen Entwürfen die Gen Art International Competition. In  New York war er lange für Marc Jacobs und Jen Kao als Musterschneider tätig und entwickelte in dieser Zeit ein ganz besonderes Gespür für raffinierte Dekore und sinnliche Texturen. Nun zeigte der talentierte Japaner seine neueste Kollektion auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin – auf Einladung von Mercedes-Benz und Elle im Rahmen des Förderprogramms für Nachwuchsdesigner. Beide Marken boten damit bereits zum vierten Mal gemeinsam einem vielversprechenden Modeschöpfer die Möglichkeit, seine Kreationen auf einer internationalen Plattform zu zeigen.

 

Malaikaraiss Show - Mercedes-Benz Fashion Week Autumn/Winter 2013/14

Das Berliner Womenswear-Label Malaikaraiss zeigte im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin seine neue Herbst/Winter 2013 Kollektion. Bereits zum zweiten Mal in Folge wurde dabei als Ort der Off-Site Runway Show der Saal der Villa Elisabeth in Berlin-Mitte gewählt. Die mit „The Weirdness Of Being“ betitelte Kollektion schöpft ihre Inspiration aus dem Film „Beetlejuice“ und dem starken Charakter der Lydia Deetz, deren Leben in zwei unterschiedlichen Welten verläuft, und spielt mit surrealen, fragilen und exzentrischen Momenten. So kontrastieren zwei wiederkehrende plakative Digitalprints das kräftige Farbbild der Kollektion – ein Schwarz-Weiß-Muster à la Beetlejuice, sowie ein farbenfroher Print, der einer Mikroskopfotografie von Gin nachempfunden ist.

Malaikaraiss interpretiert in der kommenden Wintersaison zudem Elemente des 90er-Grunge in minimalistischer Weise neu und wählt neben Schwarz und Weiß eine Palette aus Petrolgrün, Poppy Red und warmen, melangierten Brauntönen. In dem für das Label typischen Materialmix kommen Brushed Bouclé bei Mänteln und Strick, Marabu-Feder- Strick bei Schalkrägen oder aber Crêpe de Chine bei fließenden Kleidern zum Einsatz. Die durchgehend klare, feminine Silhouette der Designs wird durch gekonnt gesetzte Oversized- Shapes und filigrane Applikationen aus Swarovski Elements aufgebrochen. Außerdem wurde die erstmals in der letzten Saison vorgestellte Lederaccessoires-Kollektion mit Teilen aus hauchzartem Lammvelours und auffälligem Ponyfell erweitert.

 

Isabell De Hillerin Show - Mercedes-Benz Fashion Week Autumn/Winter 2013/14

Dem stillen Protest gegen die Rasanz der Zeit widmet sich die Herbst/Winter 2013 Kollektion „Quiet“ der Berliner Nachwuchsdesignerin Isabell de Hillerin. Als Inspirationsquelle der Kollektion diente gefrorenes tiefblaues Eis, hinter dessen Dunkelheit, kaum sichtbar, sich besondere Elemente verbergen. Farblich setzt Isabell de Hillerin hierbei auf eine dunkle Farbpalette, darunter Schwarz, Petrolgrün und Marineblau. Moldawische Stickereien sowie Rumänische Stoffe treffen hier auf zeitgenössische Mode und schaffen eine neue Identität. Höhepunkt: Die Chefredakteurin der deutschen Vogue Christiane Arp höchst persönlich warf einen strengen Blick auf die Kollektion und hat sie für gut befunden.

Das Modelabel Isabell de Hillerin der gleichnamigen Designerin steht für Eleganz sowie strukturierte Schnitte und Details, mit einem Hauch von vergangener Tradition. In Zusammenarbeit mit kleinen Handwerksbetrieben in Rumänien und Moldawien versucht die Modedesignerin das klassische Textilhandwerk vor Ort wiederzubeleben. Ihr Anliegen ist es, die noch verbliebenen Hersteller der traditionellen Webkunst durch Ihre Mode zu stärken. Das Traditionelle wird in Ihren Kreationen neu interpretiert und mit kontemporärem Design verbunden, in der Hoffnung dem aktuellen Kulturverlust entgegenzuwirken.

 

Michael Sontag Show - Mercedes-Benz Fashion Week Autumn/Winter 2013/14

Bei Michael Sontag wurden leise Töne angestimmt, sowohl in der Mode als auch auf dem Laufsteg, auf dem dunkler Teppich ausgerollt wurde. Und wie immer war es dem Berliner Nachwuchsdesigner bei der Entwicklung seiner Entwürfe wichtig, über einen großen Schaffensspielraum zu verfügen und seiner Intuition folgen zu können. So verzichtet Sontag seit jeher auf ein Motto und gibt seinen Kollektionen auch keinen Namen. Der Designer macht Mode tragbar und hält sich dabei nicht an eine konventionelle Kollektionsarbeit. Seine Outfits leben von anschmiegsamen, hochqualitativen Stoffen und von innovativen Schnitten, die seine Kreationen zu einem visuellen Erlebnis machen – ohne dabei abgedreht zu wirken.

Dieser freigeistige Ansatz findet auch in der Herbst/Winter 2013 Kollektion seinen Ausdruck. Hier findet man monochrome Looks in ruhigen, gedeckten Farben wie Weinrot, Altrosé und Tiefblau, wleche voller Gefühl und Melancholie scheinen. Und meisterhafte Drapees legen weiche und fließende Stoffe wie Seide, Wolle und feines Kaschmir in kunstvolle Wellen. Es gibt nichts Lautes, nichts Unruhiges, nichts was von der klaren Schönheit der Entwürfe ablenkt – außer einem Glitzern und Funkeln, das auf Stiefeln mit weitem Schaft seinen Platz gefunden hat. Michael Sontag schafft hier hybride Kleidungsstücke, bei denen die Grenzen zwischen Kleid, Oberteil und Jacke verschmelzen.

 

Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week