Titania_Inglis_Sommer_2013_Lookbook_01Brooklyn ist das modische Herzstück der pulsierenden Welt-Metropole New York. In deren Mitte lebt und arbeitet die Designerin Titania Inglis für ihr gleichnamiges Label. Obwohl sie sich dem Minimalismus verschrieben hat und sich Nachhaltigkeit nicht nur auf die Fahnen schreibt, sondern auch kreativ umsetzt, sind ihre Entwürfe komplexe Mode für Menschen mit Sinn für Formensprache.

Aufgewachsen in Ithaca, New York, studiert an der Design Academy im niederländischen Eindhoven, bekam sie für ihre Arbeiten den Ecco Domani Fashion Foundation Award in der Kategorie „Sustainable Design“. Ausgezeichnete Mode demnach, nur ohne Zertifikate. Ihre verwendeten Materialien werden in einer kleinen Manufaktur in New York verarbeitet. Verwendet werden dabei nachhaltig angebaute Fasern – wie etwa japanische Bio-Baumwolle, veganes Leder und aussortierte Wolle der New Yorker Modeindustrie.

Titania Inglis muss sich bei ihrer Arbeit nicht nur mit den Materialien, sondern auch damit auseinandersetzen, was in ihrer Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion als reine Modekunst bezeichnet werden kann und was im Gegensatz dazu tragbar ist. Diesen Spagat zwischen künstlerischem Anspruch und dem Wunsch, nicht nur für den Catwalk designt zu haben, gelingt Titania Inglis. Sie bleibt sich zudem in dieser Kollektion erneut treu und entwirft Mode, die den Rhythmen der Modeindustrie entsagt.

Neben einem fantastisch schlichten, bodenlangen Kleid und einem ebenso beeindruckend schönem „kleinen Schwarzen“ mit langen Ärmeln glänzt Titania Inglis auch mit Futuristischem und erinnert mich dabei an die besten Zeiten des Sci-Fi-Kinos aus den 1980er und 1990er Jahren: Filme wie Blade Runner oder auch Judge Dredd waren modische Offenbarungen mit dem Blick in das 21. Jahrhundert. Dort angekommen, verwandelt die Designerin ihr Modell kurz in eine kleine Variante von Darth Vader (durch das spitz nach oben zulaufenden Jacket) oder in eine Bar-Sängerin aus „The Fifth Element“ (durch einen geometrisch wahrgewordenen Dress-Code-Traum in creme). Ganz zu schweigen einmal von den locker-lässigen und höchst kleidsamen schwarz-weiß Kombinationen aus Top und asymmetrischem Rock. Mit Lob sollte man(n) bei Titania Inglis nicht sparen – zu gut ist ihr Anliegen, zu gut ist ihre Mode.

Fotos: Edwin Tse